Samstag, 1. November 2014

Senf

Es gibt ein paar Dinge, bei denen es sich auf jeden Fall lohnt, sie selbst zu machen. Senf gehört dazu (Brot natürlich auch). Vor ein paar Jahrzehnten hat mein Vater angefangen, eigenen Senf herzustellen und schnell hatte keiner in der Familie mehr Lust auf gekauften. Bei jedem Besuch nahmen wir uns ausreichend Gläser mit, um unseren Vorrat zu sichern. Vor ein paar Jahren drückte mir mein Vater dann ein Blatt mit dem Rezept in die Hand und sagte, ich könne das auch selbst machen. Pädagogisch bin ich ja da ganz auf seiner Seite, auch ich wende dies in der Erziehung gerne an, damit meine Kinder auch lernen, Sachen selbst zu machen. Bei Kindern über Vierzig hätte man aber schon über Vertrauensschutz nachdenken können. Menno. 

Zum Glück ist Senfmachen nicht sonderlich kompliziert, es ist sogar wursteinfach und braucht auch nicht viel Zeit. Man muss sich nur eine Steingutschüssel besorgen, in der man den Kram anrühren kann und man braucht Senfmehl. Das kriegt man entweder billig in der Apotheke oder im Internet, die Gewürzhandlungen, in denen ich war, wollen einem 50g-Päckchen zu Mondpreisen verkaufen; 1 kg Senfmehl sollte man für deutlich weniger als EUR 10 bekommen. 

Man mischt helles und dunkles Senfmehl trocken mit der gleichen Menge Zucker (also z.B. 250 g helles Senfmehl, 250 g dunkles Senfmehl und 500g Zucker). Derweil lässt man eine Mischung aus 1,25 l Wasser, 200 ml Essigessenz (25 %) sowie Wacholderbeeren, Pfefferkörnern, Nelken, Lorbeerblättern und einer Zwiebel aufkochen und dann 10 Minuten ziehen. Wenn die Flüssigkeit auf ca. 50 Grad abgekühlt ist, abseihen und langsam mit dem Senfmehl/Zucker vermischen (wahrscheinlich bleibt noch Flüssigkeit übrig. Erstmal aufheben, der Senf zieht noch an, eventuell muss man später noch einmal nachgießen).  Nach drei Tagen kann man den Senf verwenden (also in Gläschen abfüllen), da ist er aber noch höllisch scharf, mit der Zeit wird er dann milder. Auch wer die eher süße Variante nicht so gerne mag, sollte mit der genannten Mischung anfangen, das schmeckt deutlich besser, als alles, was man gekauft so kennt (danach kann man ja nach Belieben variieren...).

Kommentare:

  1. So. Nun habe ich also die Sache mit dem neulich erwähnten Senf entdeckt. Wie ist das mit der Haltbarkeit, reicht es, den Senf in sauberer Gläser zu füllen? Und wie sehen dann die geschmacklichen Variationen aus? Klingt auf jeden Fall interessant, mal sehen, ob ich den Capitano von seinem heißgeliebten Bautzner Senf wegbekomme ;-)

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    1. In sauberen Gläsern sollte er sich relativ lang halten; uns ist noch keiner schlecht geworden. Bei den Variationen kann man zu dem Essigsud noch andere Flüssigkeiten geben (Holundersirup, Johannisbeersaft), da gibt es sicher auch ein paar Anleitungen. Für scharfen Senf Bautzner Art wird man wohl nur das helle Senfmehl und nur wenig Zucker nehmen müssen.... (keine Ahnung, wir sind mit dem beschriebenen Senf immer schon vollkommen zufrieden....)

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